Analysetools gibt es wie Sand am Meer.

Doch es gibt einen Platzhirsch unter den Toolherstellern. Google Analytics.

Es ist kostenlos, sehr umfangreich und hat jede menge Zusatzoptionen es mit JavaScript eigenständig zu erweitern.

Warum also ein anderes Analysetool wählen?!

Nun, ich erhielt eine E-Mail. Sie war von CrazyEgg. Ebenfalls ein Hersteller von besagten Tools.

Und sie buttern in der Mail ins Volle:

„5 Reasons Crazy Egg Beats Google Analytics“

1. See what works „at a glance“. Crazy Egg shows you exactly where people are clicking on your site… so you can see at a glance what’s „hot“ and what’s not.

2. Plug leaks in your sales funnel. The scrollmap shows how far down people are scrolling and helps determine where visitors abandon the page. You’ll pinpoint what areas your audience loves… and what needs improvement.

3. Segment your traffic. Crazy Egg lets you see where different traffic sources click on your site. This makes identifying your most profitable traffic source – and optimizing your site – extremely simple.

4. Track actions to the link. Let’s say you have two links that go to the same place. One gets 15 clicks and the other one gets 25 clicks. In Crazy Egg you’ll see 15 and 25… whereas in Google Analytics you’ll see those two links with 40 clicks each. So Crazy Egg lets you see – down to the link – what’s working on your site.

5. Escape „analysis by paralysis“ forever. Let’s face it: Google Analytics is NOT user friendly. Crazy Egg gives you all that data (plus much more) in a clear, easy-to-understand layout so you’ll know exactly what needs improvement.

See for yourself why over 50,000 companies trust Crazy Egg to grow their business.

Also nahm ich mir die Zeit, um für dich und alle weiteren Leser dort draußen im Wolfsrevier 🙂 diese Aussagen auf Herz und Nieren zu testen, damit du von Anfang an das bessere Analysetool auswählen kannst.

5 Gründe warum CrazyEgg vermeintlich besser ist – Runde 1

CrazyEgg schreibt, dass du sehen kannst welche Elemente auf deiner Webseite geklickt werden und somit auch, welche nicht.

Damit ich überhaupt einen ordentlichen Test auf die Beine stellen konnte, habe ich mir zunächst einmal einen 30 Tage Testaccount bei CrazyEgg zugelegt.

Bezahlen kann man leider nur per Kreditkarte, oder ich habe eine alternative Zahloption übersehen.

Damit punktet schon mal Google Analytics, da es kostenlos zur Verfügung steht und somit auch keine Kreditkarteninformationen benötigt werden.

Und stimmt nun diese erste Aussage? Kannst du die Klicks auf den einzelnen Elementen sehen, und gibt es das bei Google nicht?!

Nachdem ich mich ein wenig in CrazyEgg umgeschaut habe, musste ich feststellen, dass die Oberfläche recht aufgeräumt wirkt und ich mich schnell zurecht gefunden habe. Ob das allerdings einem kleineren Funktionsumfang geschuldet ist wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

heatmap-crazyegg-analysetool

heatmap-crazyegg-analysetool

Mir wurde allerdings recht schnell deutlich, dass die Klickanalysen vonCrazyEgg deutlich detailreicher sind. Z.B. zeigen die Heatmaps die unterschiedlichen Verortungen auf den Response-Elementen an. (Also wo genau wurde auf einem Button geklickt; eher mittig, links oder doch rechts z.B.)

Stellen wir den direkten Vergleich mit Google Analytics dar.

Im Menü „Verhalten“ findet sich die sogenannte „In-Page-Analyse“ wieder. Diese kann entweder direkt in einem integrierten Bereich von Analytics reingeladen oder in einem separaten Browsertab geöffnet werden.

Es ist schnell zu erkennen, dass hier Scroll- und Clickmap aggregiert wurden. Also, sowohl Klicks als auch das Anzeigen der wichtigsten Scrollbereiche der Webseite werden zusammen aufgezeigt.

google-analytics-scrollmap

google-analytics-scrollmap

Dies ist im Vergleich zu CrazyEgg tatsächlich eine kleine Schwäche.

Denn in meinem Beispiel der Startseite von erfolgswolf, ist gut zu erkennen, dass einige Menschen nicht nur auf Response-Elemente wie den Eintragenbutton geklickt haben.

Google Analytics kann aber nur Klicks auf solchen Elementen berechnen und anzeigen. (Zumindest ohne eigene JavaScript-Anpassungen, die für Laien eh nicht anwendbar sind.)

Insgesamt ist also die graphische Darstellung von CrazyEgg wesentlich stimmiger und es lassen sich auch die Scrolltiefen besser analysieren.

crazyegg-scrollmap-analysetool

crazyegg-scrollmap-analysetool

In meinem Beispiel wird deutlich, dass meine Besucher lediglich soweit runterscrollen, so dass sie das E-Mail Anmeldefeld und den Eintragebutton komplett im Blick haben. Die darunter befindlichen Blogartikel in der Übersicht nimmt so gut wie keiner wahr :/

Somit betrachte ich den Kostenfaktor als ausgeglichen. Doch die bessere Scrollmap war ja auch bereits Aussage Nr.2 von CrazyEgg.

Da ich die einzelnen Maps über ein paar Tage testen konnte, stimme ich mit CrazyEgg überein.

Runde 1 ging unentschieden aus. Google Analytics ist zwar kostenlos, doch die Heatmaps von CrazyEgg sind einfach besser.

Runde 2 ging mit einem Kinnhaken an CrazyEgg, da Heatmaps und Scrollmaps gesondert betrachtet werden können und die Anlaysen feiner dargestellt werden.

Doch CrazyEgg hat ja anscheinend noch 3 K.O. Schläge im Ärmel. Sehen wir doch mal, ob ein Goliath wie Google Analytics tatsächlich von einem David umgehauen wird.

Wir sind schon in Runde 3 – Google Analytics spuckt kurz aus und weiter gehts 😉

google-analytics-quellen-analysetools

google-analytics-quellen-analysetools

CrazyEgg gibt als 3te Aussage an, dass die Trafficflüsse einzeln betrachtet werden können.

Und ja, auch das ist wirklich phänomenal!

Natürlich kann Google Analytics ebenfalls berechnen woher die Besucher kamen und kann diese Daten auch in unterschiedliche Tabellen und Diagramme verpacken, aber eben nicht visuell auf der Webseite an sich.

Die Frage ist nur, ob es einen Unterschied macht, zu erkennen, dass Facebook Nutzer meinetwegen eher links auf einen Button drücken und Xing Nutzer vielleicht eher rechts 🙂

confettimap-crazyegg-analysetools

confettimap-crazyegg-analysetools

Sehr schön sind dann allerdings Bereiche auszukundschaften, die als Hyperlinks vom Besucher wahrgenommen werden, aber eigentlich gar keine sind.

So klicken Besucher häufiger mal auf dicker geschriebene Sätze, weil sie vermutlich denken, dass es ja ein Link sein könnte. Hat man diese Erkenntnis herausgestellt, lassen sich dort vielleicht wirklich sehr gut Links platzieren.

Diese Confetti-Maps haben also ihre Berechtigung und sind eine schöne Ergänzung zur Heat- und Scrollmap.

In diesem Sinne punktet CrazyEgg in Runde 3 erneut und Google Analytics wackelt ein wenig. (Aber noch nicht wirklich mächtig ;))

Runde 4 bricht an – Die Augen von CrazyEgg sind ganz auf den Gegner gerichtet

In der 4ten Aussage des kleinen Wettkampfes der beiden Analysetool-Hersteller geht CrazyEgg erneut auf die Kartendarstellungen ein.

Wie in den 3 Runden zuvor spielen bei CrazyEgg die Maps die übergeordnete Rolle. Doch ist das ausreichend, um allgemein den besseren Stand zu haben?

Google Analytics stellt die Klicks auf einer Seite zu ein und derselben Quelle zwar nicht gesondert dar, aber es ist durchaus möglich dies mit einem einfachen UTM-Parameter zu tun.

Jeder Link bei Google Analytics kann einzigartig generiert werden, so dass die tatsächlichen einzelnen Klicks in die Kampagnen-, sowie Quellen- und Mediumauswertungen zurückfließen.

Ja es ist ein wenig umständlicher als die Ergebnisse gleich auf einer Karte visuell dargestellt zu bekommen, aber nicht alle mögen Karten, oder?! Ich jedenfalls mag auch Tabellenauswertungen, hehe.

Es hat mir im Laufe des Tests doch sehr den Anschein gemacht, dass CrazyEgg, Googles Schwachstelle, die In-Page-Analyse, kräftig auseinanderpflücken wollte. Doch ist dann noch Platz für all die anderen Möglichkeiten, die ein Analytics mit sich bringt? Bzw. kann ein David tatsächlich noch mehr aus sich rausholen? Oder reicht der kleine Stein, die In-Page-Analyse anzugreifen aus?

CrazyEgg bekommt von mir als Punktrichter auch diesen Punkt zugeteilt, weil ebenfalls die mit UTM-Parametern versehenen Links gezählt und graphisch dargestellt werden.

Google ist in diesem Bereich nicht visuell und somit einprägsam genug.

Runde 5 – Wie lange bleiben die Kontrahenten noch auf den Beinen?

Als Aussage steht im Raum, dass Google Analytics unter den Analysetools nicht benutzerfreundlich gestaltet ist.

Stimmt das wirklich?

Bei diesem Punkt muss ein Tester bzw. Ringrichter höllisch aufpassen, denn in den letzten Runden werden häufig Tricks angewendet, um die letzten Kraftreserven zu schonen.

google-analytics-verwaltung-analysetools

google-analytics-verwaltung-analysetools

Ich habe jeweils einen Screenshot der Analysetools gemacht, die die Verwaltungsebenen darstellen.

Und dabei wurde mir auch bewusst, dass CrazyEgg selbstverständlich übersichtlicher sein muss. Wären sie es nicht, hätten sie mit ihrem Tool wahrscheinlich auch nicht so viel Erfolg.

Denn es rückt nun ganz klar der Funktionsumfang in den Vordergrund.

Vergleicht man die Tools mit einem Automotor, so wäre ein Google Analytics ein V12 mit ordentlich Druck unter der Haube, aber mit eben sehr viel komplexerer Technik, als ein V6 von CrazyEgg.

crazyegg-analysetool-dashboard

crazyegg-analysetool-dashboard

Somit ist das Dashboard von CrazyEgg eine ganze Ecke leichter zu bedienen und zu verstehen. Doch was ist mit der Definition von Zielen? Was ist mit den Verknüpfungen zu AdWords, AdSense und den WebmasterTools? Was ist mit dem Tracken von Affinitätskategorien und Demografiedaten?

Ein direkter Vergleich der beiden Verwaltungsebenen würde mächtig hinken. Daher bewerte ich diese Runde neutral.

Ich weiß aus Erfahrung, dass sich viele Menschen mit dem Einrichten von Google Analytics schwer tun, aber zumeist nur, weil sie die Zeit, einen solchen Funktionsumfang zu beherrschen, einfach unterschätzen.

Ein Profiboxkampf hat 12 Runden – nicht 5!

Am Ende holt Google Analytics zum Rundumschlag aus und plötzlich erkennen die Zuschauer, sowie auch die Punktrichter, dass sich ein Leichtgewicht einfach mit einem Schwergewicht im Ring messen wollte. 🙂

Mit knackigen und frechen Sprüchen beim vorherigen Wiegen ist dieser Umstand nicht aufgefallen, da sich CrazyEgg hervorragend als Schwergewicht präsentierte.

David hat sich unter den Analysetools wacker geschlagen, dennoch ging ihm nach Runde 5 merklich die Puste aus.

Goliath erkannte nun die Möglichkeit sein Gegenüber in den nächsten Runden einfach platt zu machen. Doch da beide Analysetools faire Sportler sind, wurde der Kampf abgebrochen. David und Goliath sind heute beste Freunde und schauen dem jeweils anderen bei den Weltmeisterschaftskämpfen in den unterschiedlichen Gewichtsklassen zu. 😉

Fazit

Trotz einem CrazyEgg würde ich niemals auf mein Google Analytics verzichten wollen.

Die visuellen Darstellungen von CrazyEgg sind ohne Frage grandios und bieten sich als absolut sinnvolle Ergänzung zu Google Analytics an.

Für mich reicht die kleinste Version von CrazyEgg für 108$ US-Dollar im Jahr völlig aus. Vor allem habe ich vor CrazyEgg als Analysetool bei meinen digitalen Produkten, wie z.B. den erfolgswolf SMART Tracking Kurs anzuwenden, so dass das Nutzererlebnis noch wesentlich besser werden kann.

Natürlich gibt es noch viele weitere hervorragende Analysetools, die sich evtl. anbieten würden. Aber wie lautet doch gleich das wichtigste Prinzip:

Bauen – Messen – Lernen

Jetzt baue ich erstmal einen neuen Online-Videokurs, messe ihn mit CrazyEgg und GoogleAnalytics und dann schaue ich, was ich draus lernen kann 🙂

Hast du bereits mit CrazyEgg oder ähnlichen Analysetools Erfahrungen sammeln können?

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