Wenn du dich jetzt fragst was der Kloutwert denn eigentlich ist, dann stell dir einfach folgendes vor:

  • eine Zahl von 1 bis 100 die besagt wie einflussreich du bist
  • eine Zahl die sich aus deinen Onlineaktivitäten begründet
  • eine Zahl die u.a. technisch die Reichweite deiner Beiträge berechnet
  • eine Zahl die hierzulande mit etwas Argwohn betrachtet wird
  • eine Zahl die des einen Leid und des anderen Freud bedeutet

Die Details zur Berechnung und wie du deinen Kloutwert selbst herausfindest kannst du hier nachschauen. Doch bleib bitte noch einen Augenblick hier bei mir.

 

Warum soll dieser Kloutwert nun dein Leben bestimmen?! Stimmt diese Aussage überhaupt?

Die Antwort folgt nach meinem „großen Kloutwert-Test“ mittels dieses Beitrags.

Ich möchte hier das Ergebnis präsentieren das der oben genannte Test nun ein halbes Jahr später hervorgebracht hat.

Da sehr wahrscheinlich noch nicht jeder den Ursprungsbeitrag zum großen Kloutwert-Test gelesen hat gehe ich hier nochmal auf die Eckdaten ein.

– Es kursieren im Netz Aussagen, Meinungen und Gerüchte, die ausdrücken, dass der Kloutwert bei manchen Unternehmen ein Einstellungskriterium sei. Wer z.B. als Social Media Manager arbeiten möchte sollte einen Minimumkloutwert von 50 haben.

– Wer bei Klout gar nicht erst aufgefunden wird hat sehr wahrscheinlich schon schlechte Karten bei oben genannten Unternehmen.

– Und lässt sich der Kloutwert nicht manipulieren? Immerhin ist es doch alles nur „Technikkram“?!

– Wie viel Arbeit ist es denn eigentlich „seinen“ Kloutwert zu beobachten und zu pflegen?

– Darf ein Unternehmen wie Klout das überhaupt messen und allen präsentieren?

Gehen wir diese Punkte doch mal kurz durch.

Berechnung von Einfluss

Berechnung von Einfluss – Screenshot von Klout.com

Legen Unternehmen tatsächlich Wert auf eine Zahl?!

Trocken gesagt, JA.

Denn vielleicht kennst du ja auch schon die Bewertungspunkte, die sich auf LinkedIn oder vor einiger Zeit in einer Beta auch auf Xing verteilen ließen.

Du kannst anderen Menschen mit denen du vernetzt bist Punkte für ihre Stärken geben. Also, du kannst mir auf Klout jetzt gerne Punkte in Social Media, Onlinemarketing, SEO, SEM oder weiteren Kriterien zusprechen. 😉

Diese „Stärken“ legt jedes Mitglied selbst fest. Du kannst deine Lieblingskriterien also frei auswählen.

Für Unternehmen, die z.B. auf der Suche nach Mitarbeitern sind, könnten diese Zahlen also von Bedeutung sein. Versetz dich mal in die Lage eines Headhunters. Oder evtl. suchst du ja auch gerade den passenden Mitarbeiter 🙂

Du würdest doch deine Zeit für Bewerbungsgespräche optimal nutzen wollen oder? Wenn es da plötzlich Hilfestellungen wie etwa ein paar Zahlen gäbe…

Und genau hier fangen die tatsächlichen Probleme an.

Ist ein Social Media Manager mit einem Kloutwert von unter 50 tatsächlich weniger geeignet ein Unternehmen marketingtechnisch zu beraten als ein Mensch mit 60 und mehr?

Vielleicht hat der zweite seinen Wert ja auch irgendwie manipuliert oder lässt andere für sich arbeiten?! Grundsätzlich gibt es sehr bedenkliche Vorstellungen darüber, wohin die Reise gehen wird wenn alle Unternehmen danach filtern.

Doch es gibt wie immer pro und contra:

Xing hat die Beta seines „Stärken-Punkte-Verteiler-Systems“ eingestellt. Es wurde zu kritisch diskutiert und die meisten Tester fanden es unnütz.

Klout hingegen hat einen richtigen Boom. Es gibt halt immer Menschen, die klare Fakten auf der Hand haben wollen. Und ein vergleichender Wert ist daher sehr praktisch.

Ich schaue z.B. selbst häufig auf den Kloutwert eines Bloggers um ungefähr abschätzen zu können inwiefern mir z.B. ein Gastbeitrag auf seinem Blog weiterhelfen kann meine smarten Ziele zu erreichen.

Eine Mitarbeiterauswahl würde ich allerdings nicht aufgrund einer Zahl treffen. Nein, auch nicht wegen den einsen auf dem Zeugnis. 😉

Du siehst, es kann durchaus Gründe geben den Kloutwert zu berücksichtigen. Auch die zweite Fragestellung bezieht sich auf diese Ausarbeitung des Tests.

Wer nicht auf Klout gefunden wird ist in der Onlinemarketing und Social Media Szene ungefähr genauso wie ein Mensch, der auf dem Bahnsteig nur in die Welt hinausschaut und nicht auf sein Smartphone. (Nun gut, es ist etwas überspitzt.)

 

Lässt sich der Kloutwert manipulieren?

Eine Manipulation kann bei allen im Internet befindlichen Programmen nicht ausgeschlossen werden. Das kennen wir ja z.B. schon vom Fall Sony und dem Raub von sehr vielen Kreditkarteninformationen.

Doch habe ich mich in meinem Test auf eine Manipulation des Kloutwerts per Automatismus beschränkt.

Ich wollte dauerhaft den kritischen Kloutwert von 50 halten ohne selbst großartig aktiv werden zu müssen. Und siehe da, es hat geklappt.

Ich habe die Hootsuite (ein Social Media Management Tool) dazu verwendet Beiträge auf Twitter, Facebook und Google+ automatisch zu verfassen und zu verteilen. Wie das geht habe ich u.a. in diesem Video erläutert. (Ich würde mich auch freuen dich als YouTube Abonnenten begrüßen zu dürfen. :))

Mit geringen eigenständigen Social Media Aktivitäten war es mir möglich den Kloutwert über 50 zu halten, aber auch nicht viel höher.

Doch hat mein Test ergeben, dass die Beiträge zwar in die Newsstreams, also die Neuigkeitenleisten meiner Freunde bzw. Follower gelangt sind, aber es kam zu kaum Interaktion. Kaum jemand hat die Beiträge kommentiert oder weitergeleitet.

Die Beiträge waren durchaus mit Mehrwert versehen. Aber jeweils eher in einer Art Pressemitteilung verfasst.

Ich habe nach Abschalten des Automatismus und der Kundgabe meines Kloutwert-Tests durchweg positives Feedback erhalten. Und siehe da, der Kloutwert stieg sogar an. Völlig entgegen meinen Erwartungen. Da ich ja nun viel weniger gepostet habe.

Verlauf Kloutwert

Verlauf Kloutwert – Screenshot Klout.com

 

Reichweite ist nicht gleich Einfluss

Durch die Hootsuite und dem automatischen Verfassen von Beiträgen habe ich durchaus auch neue Twitterfollower und Google+ Abonnenten bekommen, aber dennoch konnte ich selbst daraus keinen Mehrwert beziehen.

Erst durch die persönliche Note meiner Beiträge gelang es mir Kommentare und viel mehr Likes etc. zu bekommen.

Und so merke ich nun ganz deutlich, dass z.B. der Einsatz von RSS Feeds für die Informationsaufnahme sehr gut geeignet ist, aber für die Einflussnahme in Bezug zu Fans und Follower eher nicht.

Ich schwanke nun in einer Kloutwertskala von 53 bis 58. Das erreiche ich momentan mit folgender Herangehensweise:

– Jede Woche poste ich mindestens 5 Mal etwas über alle Kanäle. Wobei der Inhalt häufig der gleiche ist.

– Auf Twitter versuche ich immer an den FollowFriday #ff zu denken und dran teilzunehmen. Es ist ein Tag der Empfehlungen. Also etwa nach dem Prinzip: Du empfiehlst mich, ich empfehle dich und vielleicht haben wir beide nachher mehr Follower 🙂

– Zudem versuche ich nahezu immer ein Bild oder Video von mir zu posten. Diese Beiträge funktionieren um ein Vielfaches besser was die Kommentare oder weitere Teilmöglichkeiten angeht.

– Vor allem Beiträge mit einer Frage oder einer klaren Handlungsaufforderung (Call to action) gepaart mit dem eigenen Schreibstil sind mein Erfolgsmodell.

Insgesamt lässt sich die Zeit im Bereich Social Media schlecht konkret messen, da ich Facebook, Twitter und Co. ständig laufen lasse. Hier ist gutes Monitoring gefragt. Dazu aber an anderer Stelle einiges mehr. Doch hier ist von Eva Ihnenfeldt von den Steadynews ein prima Beitrag.

Geschätzt verwende ich pro Woche gut 6 bis 8 Stunden um mich in den sozialen Netzwerken zu tummeln und Kontakte zu knüpfen bzw. meine Beiträge zu verteilen oder mich an Diskussionen zu beteiligen.

Darunter fällt natürlich auch der kurze Blick auf den Kloutwert und weiteren kleinen Tools wie etwa Tynt (auch dazu später noch mehr :)).

Kloutwert intern

Kloutwert intern – Screenshot Klout.com

Ja, aber dürfen die das?!

Sagen wir mal so: Im Internetrecht sagen von 10 Richtern 5 ja und 5 nein.

Privatsphäre und Datenschutz sind in Deutschland elementar wichtig, in anderen Ländern manchmal eher weniger.

Die Server stehen aber sehr häufig NICHT in Deutschland auf denen die markanten Daten gelagert sind.

Aus den Terms von Klout.com geht dennoch deutlich hervor, dass nicht öffentliche Daten nicht verwendet werden, sofern dem nicht ausdrücklich zugestimmt wurde.

Aus Sicht eines Softwareentwicklers (Ja, sowas kann ich auch ein wenig ;)) muss ich sagen, dass die Terms und die Privacyhinweise in der Branche üblich sind.

Es wird niemand gezwungen explizit auf Klout.com angemeldet zu sein. Der ein oder andere Student von mir hat sich allerdings doch gewundert dort gelistet zu sein.

Daher würde ich es genauso mit Klout halten wie mit den anderen großen Netzwerken. Profil anlegen und einfach mal reinschauen. Gerade für Menschen, die mit Social Media arbeiten müssen sollte das nun wirklich kein Problem darstellen.

 

Fazit

Für smarte Entscheider, die auch im Bereich Social Media Marketing unterwegs sind, ist der Kloutwert eine interessante Kennzahl.

Ab und zu mal einen kurzen Blick drauf werfen und ein Gefühl dafür entwickeln was denn für einen selbst z.B. der Wert 50 bedeutet ist schnell erledigt.

Als Einstellungskriterium wird der Kloutwert wohl auch weiterhin mit Argwohn betrachtet und ist auch meiner Meinung nach kaum zu gebrauchen.

Meine smarte Zielsetzung ist es meinen Kloutwert bis zum Ende des Jahres kontinuierlich auf über 6o zu heben. Meine Erfahrung sagt mir, dass das gar nicht so einfach wird. Aber smarte Ziele sind nun einmal attraktiv 🙂

Was ist dein Kloutwert? Und wie würdest du diesen Wert für dich nutzen?

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